On my Way to the Stars


Präsident Obama meets Europa

Man hat es ja erst nicht wirklich glauben können: Sollte wirklich ein Afroamerikaner der nächste Präsident der USA werden?

Natürlich hatte man weltweit darauf gehofft, doch wie sehr hatten sich besonders die Europäer in den letzten 8 Jahren daran gewöhnen müssen, dass gerade dass nicht in den Vereinigenden Staaten passiert, was man hierzulande für erstrebenswert, sinnvoll und wünschenswert hielt.

Auch konnte man sich nicht wirklich vorstellen, dass 40 Jahr nach der Ermordung Martin Luther King Jr. die kühnsten Träume der damaligen Bürgerrechtsbewegung Wirklichkeit werden sollten.

Doch irgendwie hat es geklappt. Trotz aller ‚Schwarzseherei‘, der Befürchtung zur moralisch korrekter Antworten der Wähler bei Umfragen im Vorfeld und geschürter Gerüchte über angeblich muslimische Herkunft und den damit verbundenem Schreckgespenst des Terrorismus, ist nun Barack Obama wirklich der zukünftige 44. Präsident der USA.

Nicht zuletzt durch seinen geschickten Einsatz der Medien, auch dem Web 2.0 ist es ihm in beeindruckender Weise gelungen so viele Wähler wie seid langem nicht zu mobilisieren. Da sage mal noch einer Internet wäre nur Spielzeug und Kinderkram in dass sich die Menschen gereifteren Alters nicht mehr einarbeiten müssten.

Doch als Sieg der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung kann man diese Wahl nur mit Abstrichen bezeichnen.

Natürlich hat sie solch eine Kandidatur erst überhaupt rechtlich und gesellschaftlich möglich gemacht und begonnen die Köpfe der Amerikaner vom Mief des Jahrhunderte alten Rassismus zu befreien. Doch hat Sie es bis jetzt nicht vermocht, die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse so zu ändern, dass ein Afroamerikaner, dessen Vorfahren noch Slaven waren es von ganz unten nach ganz oben geschafft hätte. Leute wie Condolica Rice und Collin Powell sind bis jetzt nur Leuchtfeuer, am politischen Himmel der USA.

Den bildungstechnischen Aufstieg der Familie Obama kann die Bewegung nicht für sich verbuchen, war ja Baracks Vater ein hochschulgebildeter Kenianer, dessen Sohn dann auf dieser Grundlage und seiner weißen Familie, mütterlicherseits, zu so einer Spitzenposition durchschlagen konnte. Durch Barack Obama ist innerhalb zweier Generationen der American Dream, war geworden. Doch der zukünftige Präsident hatte auch ein ungewöhnliches Sprungbrett, dass die wenigsten Amerikaner mit schwarzer Hautfarbe besitzen.

Dennoch kein Grund diesen Sieg klein zu reden, hat er doch schon jetzt ein gesteigertes Selbstvertrauen der Afroamerikaner und der Einwanderer in den USA bewirkt und auch die Jugend unglaublich stark politisiert. Hoffen wir das dieses Interesse andauert und aus dieser Bewegung für ‚Change‘ eine neue, junge Politikergeneration erwächst. Die, die Probleme der USA un der Welt offensiv angeht.

Fast möchte man sich auch so eine Entwicklung für Europa und Deutschland wünschen. Spricht man doch seid langem schon von der Politikverdrossenheit der Deutschen und besonders der jungen Generation. Doch in einem Land wo junge Leute meist nur über langjährige Mitarbeit in Jungorganisationen von bestimmten Parteien sich an der aktiven Politik und am Wahlkampf beteiligen. Wird eine breite Begeisterung für Politik nur schwer entstehen können.

Der Eventcharakter den der US-Wahlkampf des Barack Obama entfaltete wird nur schwer auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein. Hierzulade muss sich, um es einmal auf junge Art zu überspitzen: auf Lebenszeit an ein Parteibuch binden, Jahrzehnte lang in eigentlich kaum einflussreichen Jugendorganisationen ins Leere diskutieren bis man die Bodenhaftung un den Kontakt zur eigenen Generation und den Wählern allgemein fast verloren hat um dann evt. nach Jahren Berufspolitiker zu werden.

Einfach nur mal für eine Bundestagswahl seine Sympatien für eine Partei zu bekunden und deren Wahlkampf für eine absehbare und befristete Zeit, unter der Anleitung der ‚hauptamtlichen‘ Parteimitglieder, zu unterstützen, um sich danach seinem eigenen Leben wieder zuzuwenden und nach vier Jahren evt. sogar für eine andere Partei Stellung zu beziehen, wäre in der BRD undenkbar. Schade eigentlich.

Also schauen wir nun gespannt auf, dass was da aus den USA kommen wird. Besonders in der Außenpolitik dürfen wir gespannt sein. Dieser neue Präsident, der sich in Berlin als Weltbürger bezeichnetete, mag vielleicht diplomatischer mit den europäischen Bündnispartner umgehen, als sein Vorgänger. Aber einfacher wird es nicht werden, wenn es um die Fragen Irak und Afghanistan geht. Gerade wenn, die Amerikaner dort ihre Präsents verringern wollen, werden die Europäer dafür mehr in die Pflicht genommen werden. Es sei denn es gelingt durch sehr überlegte Winkelzüge eine politische Situation in diesen Ländern zu schaffen, die es den Einheimischen erlaubt ihre Region selbst langfristig zu stabilisieren.

Ein Wunschdenken was wahrscheinlich nur sehr allmählich verwirklich werden kann.

Auf alle Fälle hat mit dieser Wahl Europa wieder Vertrauen in die USA gefunden, nicht zuletzt durch dieses kleine „afroamerikanisches Wunder“ und wieder einmal bewiesen, dass es das Land der Möglichkeiten, der Multikultur und der Integration ist.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Vertrauen und die mit Obama verbundenen Hoffnungen nicht enttäuscht werden und der 44. Präsident der USA die wirtschaftliche, wie weltpolitische Lage wieder in ruhigere Gewässer steuern kann. Dazu wird er sowohl die Unterstützung seiner Landsleute, aber auch unsere und die vieler anderer Staaten der Welt benötigen.

Tragen wir alle also unteren Teil zum konstruktiven Dialog bei. Und das kleine Quäntchen Glück, dass jeder Staatsmann zu brauchen scheint, wird dann der sooft im Wahlkampf und in der amerikanischen Politik beschworene Segen Gottes beisteuern müssen.

In diesem Sinne: God bless America!

Barack Obama spricht im Wahlkampf

Barack Obama spricht im Wahlkampf


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