On my Way to the Stars


Hü und hott im Kampf gegen den Antisemitismus
Mittwoch, 5. November 2008, 13:51
Filed under: Gedanken | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

Noch rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag der Reichsprogromnacht hat der Bundestag gestern am 4.11.2008 ein Papier verabschiedet, dass die Absicht des Bundes unterstreicht den Antisemitismus auf allen Ebenen des Landes zu bekämpfen.

Alles schön und gut und durchaus zu begrüßen und zu unterstützen ist dieser einstimmige Beschluss des Parlamentes. Doch wird dieser Beschluss wirklich greifbare Folgen haben und Früchte tragen?

Das mag zu bezweifeln sein, denn reden kann man viel wenn der Tag lang ist und es kostet auch nicht viel Geld, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung antijüdischen Gedankengutes in der Republik schon. Gerade unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, die noch lange nicht überstanden sind, wird man gerade bei so ideellen Maßnahmen sparen.

Bezeichnend ist es so zum Beispiel das genau 5 Tage vor dem Beschluss des Bundestages das durchaus bekannte und erfolgreiche Aussteigerprojekt für Neonazis „Exit“ seine Arbeit auf Grund von überraschend gestrichenen Fördermitteln des Bundes seine Arbeit einstellen musste und nun verzweifelt noch versucht wird, zumindest laufende Projekte noch abzuschließen.

Das hier nicht auch unkonventionelle Wege von der Regierung gesucht werden um dieses Projekt zu retten, zeigt dass nicht einmal in den Ministerien, der aktive und eigenverantwortliche Kampf gegen Antisemitismus vorhanden beziehungsweise ausgeprägt ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Papier vom 4.11. doch nicht nur Schall und Rauch war und durch es ein Umdenken in der Regierung statt findet. Bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.

Doch all dies ist kein Grund, dass nun der einfache Bürger sich aus der Verantwortung stiehlt. Wir alle haben die Pflicht, die wir als selbstverständlich betrachten sollten, 70 Jahre nach der Reichsprogromnacht unsere Ablehnung der Ereignisse vom 9.11.1938 zum Ausdruck zu bringen und unsere Unterstützung und Fürsprache unseren jüdischen Mitbürgern auszusprechen. Dieses Jahr ist der Gedenktag sogar ein Sonntag, also keine Ausreden! Jetzt schon mal über die geplanten Aktionen in deiner Region informieren und Präsents zeigen: ob nun bei Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen oder Gedenkzügen.

Denn das hochkommen brauner, totalitärer und Menschen verachtender Tendenzen kann nur für uns alle und unsere Demokratie von Schaden sein. Leg die Hände nicht in den Schoß und denke, dass ein paar von Regierung und Parteien wirklich aussagekräftig sind und die anderen es schon machen werden, sondern bekenn auch du Farbe, sonst wird es ein brauner Herbst.

Tipp: Hier noch ein gute Vorstellung der Arbeit von Exit, des Deutschland Funk.


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