On my Way to the Stars


Hü und hott im Kampf gegen den Antisemitismus
Mittwoch, 5. November 2008, 13:51
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Noch rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag der Reichsprogromnacht hat der Bundestag gestern am 4.11.2008 ein Papier verabschiedet, dass die Absicht des Bundes unterstreicht den Antisemitismus auf allen Ebenen des Landes zu bekämpfen.

Alles schön und gut und durchaus zu begrüßen und zu unterstützen ist dieser einstimmige Beschluss des Parlamentes. Doch wird dieser Beschluss wirklich greifbare Folgen haben und Früchte tragen?

Das mag zu bezweifeln sein, denn reden kann man viel wenn der Tag lang ist und es kostet auch nicht viel Geld, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung antijüdischen Gedankengutes in der Republik schon. Gerade unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, die noch lange nicht überstanden sind, wird man gerade bei so ideellen Maßnahmen sparen.

Bezeichnend ist es so zum Beispiel das genau 5 Tage vor dem Beschluss des Bundestages das durchaus bekannte und erfolgreiche Aussteigerprojekt für Neonazis „Exit“ seine Arbeit auf Grund von überraschend gestrichenen Fördermitteln des Bundes seine Arbeit einstellen musste und nun verzweifelt noch versucht wird, zumindest laufende Projekte noch abzuschließen.

Das hier nicht auch unkonventionelle Wege von der Regierung gesucht werden um dieses Projekt zu retten, zeigt dass nicht einmal in den Ministerien, der aktive und eigenverantwortliche Kampf gegen Antisemitismus vorhanden beziehungsweise ausgeprägt ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Papier vom 4.11. doch nicht nur Schall und Rauch war und durch es ein Umdenken in der Regierung statt findet. Bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.

Doch all dies ist kein Grund, dass nun der einfache Bürger sich aus der Verantwortung stiehlt. Wir alle haben die Pflicht, die wir als selbstverständlich betrachten sollten, 70 Jahre nach der Reichsprogromnacht unsere Ablehnung der Ereignisse vom 9.11.1938 zum Ausdruck zu bringen und unsere Unterstützung und Fürsprache unseren jüdischen Mitbürgern auszusprechen. Dieses Jahr ist der Gedenktag sogar ein Sonntag, also keine Ausreden! Jetzt schon mal über die geplanten Aktionen in deiner Region informieren und Präsents zeigen: ob nun bei Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen oder Gedenkzügen.

Denn das hochkommen brauner, totalitärer und Menschen verachtender Tendenzen kann nur für uns alle und unsere Demokratie von Schaden sein. Leg die Hände nicht in den Schoß und denke, dass ein paar von Regierung und Parteien wirklich aussagekräftig sind und die anderen es schon machen werden, sondern bekenn auch du Farbe, sonst wird es ein brauner Herbst.

Tipp: Hier noch ein gute Vorstellung der Arbeit von Exit, des Deutschland Funk.



Präsident Obama meets Europa
Mittwoch, 5. November 2008, 12:53
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Man hat es ja erst nicht wirklich glauben können: Sollte wirklich ein Afroamerikaner der nächste Präsident der USA werden?

Natürlich hatte man weltweit darauf gehofft, doch wie sehr hatten sich besonders die Europäer in den letzten 8 Jahren daran gewöhnen müssen, dass gerade dass nicht in den Vereinigenden Staaten passiert, was man hierzulande für erstrebenswert, sinnvoll und wünschenswert hielt.

Auch konnte man sich nicht wirklich vorstellen, dass 40 Jahr nach der Ermordung Martin Luther King Jr. die kühnsten Träume der damaligen Bürgerrechtsbewegung Wirklichkeit werden sollten.

Doch irgendwie hat es geklappt. Trotz aller ‘Schwarzseherei’, der Befürchtung zur moralisch korrekter Antworten der Wähler bei Umfragen im Vorfeld und geschürter Gerüchte über angeblich muslimische Herkunft und den damit verbundenem Schreckgespenst des Terrorismus, ist nun Barack Obama wirklich der zukünftige 44. Präsident der USA.

Nicht zuletzt durch seinen geschickten Einsatz der Medien, auch dem Web 2.0 ist es ihm in beeindruckender Weise gelungen so viele Wähler wie seid langem nicht zu mobilisieren. Da sage mal noch einer Internet wäre nur Spielzeug und Kinderkram in dass sich die Menschen gereifteren Alters nicht mehr einarbeiten müssten.

Doch als Sieg der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung kann man diese Wahl nur mit Abstrichen bezeichnen.

Natürlich hat sie solch eine Kandidatur erst überhaupt rechtlich und gesellschaftlich möglich gemacht und begonnen die Köpfe der Amerikaner vom Mief des Jahrhunderte alten Rassismus zu befreien. Doch hat Sie es bis jetzt nicht vermocht, die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse so zu ändern, dass ein Afroamerikaner, dessen Vorfahren noch Slaven waren es von ganz unten nach ganz oben geschafft hätte. Leute wie Condolica Rice und Collin Powell sind bis jetzt nur Leuchtfeuer, am politischen Himmel der USA.

Den bildungstechnischen Aufstieg der Familie Obama kann die Bewegung nicht für sich verbuchen, war ja Baracks Vater ein hochschulgebildeter Kenianer, dessen Sohn dann auf dieser Grundlage und seiner weißen Familie, mütterlicherseits, zu so einer Spitzenposition durchschlagen konnte. Durch Barack Obama ist innerhalb zweier Generationen der American Dream, war geworden. Doch der zukünftige Präsident hatte auch ein ungewöhnliches Sprungbrett, dass die wenigsten Amerikaner mit schwarzer Hautfarbe besitzen.

Dennoch kein Grund diesen Sieg klein zu reden, hat er doch schon jetzt ein gesteigertes Selbstvertrauen der Afroamerikaner und der Einwanderer in den USA bewirkt und auch die Jugend unglaublich stark politisiert. Hoffen wir das dieses Interesse andauert und aus dieser Bewegung für ‘Change’ eine neue, junge Politikergeneration erwächst. Die, die Probleme der USA un der Welt offensiv angeht.

Fast möchte man sich auch so eine Entwicklung für Europa und Deutschland wünschen. Spricht man doch seid langem schon von der Politikverdrossenheit der Deutschen und besonders der jungen Generation. Doch in einem Land wo junge Leute meist nur über langjährige Mitarbeit in Jungorganisationen von bestimmten Parteien sich an der aktiven Politik und am Wahlkampf beteiligen. Wird eine breite Begeisterung für Politik nur schwer entstehen können.

Der Eventcharakter den der US-Wahlkampf des Barack Obama entfaltete wird nur schwer auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein. Hierzulade muss sich, um es einmal auf junge Art zu überspitzen: auf Lebenszeit an ein Parteibuch binden, Jahrzehnte lang in eigentlich kaum einflussreichen Jugendorganisationen ins Leere diskutieren bis man die Bodenhaftung un den Kontakt zur eigenen Generation und den Wählern allgemein fast verloren hat um dann evt. nach Jahren Berufspolitiker zu werden.

Einfach nur mal für eine Bundestagswahl seine Sympatien für eine Partei zu bekunden und deren Wahlkampf für eine absehbare und befristete Zeit, unter der Anleitung der ‘hauptamtlichen’ Parteimitglieder, zu unterstützen, um sich danach seinem eigenen Leben wieder zuzuwenden und nach vier Jahren evt. sogar für eine andere Partei Stellung zu beziehen, wäre in der BRD undenkbar. Schade eigentlich.

Also schauen wir nun gespannt auf, dass was da aus den USA kommen wird. Besonders in der Außenpolitik dürfen wir gespannt sein. Dieser neue Präsident, der sich in Berlin als Weltbürger bezeichnetete, mag vielleicht diplomatischer mit den europäischen Bündnispartner umgehen, als sein Vorgänger. Aber einfacher wird es nicht werden, wenn es um die Fragen Irak und Afghanistan geht. Gerade wenn, die Amerikaner dort ihre Präsents verringern wollen, werden die Europäer dafür mehr in die Pflicht genommen werden. Es sei denn es gelingt durch sehr überlegte Winkelzüge eine politische Situation in diesen Ländern zu schaffen, die es den Einheimischen erlaubt ihre Region selbst langfristig zu stabilisieren.

Ein Wunschdenken was wahrscheinlich nur sehr allmählich verwirklich werden kann.

Auf alle Fälle hat mit dieser Wahl Europa wieder Vertrauen in die USA gefunden, nicht zuletzt durch dieses kleine „afroamerikanisches Wunder“ und wieder einmal bewiesen, dass es das Land der Möglichkeiten, der Multikultur und der Integration ist.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Vertrauen und die mit Obama verbundenen Hoffnungen nicht enttäuscht werden und der 44. Präsident der USA die wirtschaftliche, wie weltpolitische Lage wieder in ruhigere Gewässer steuern kann. Dazu wird er sowohl die Unterstützung seiner Landsleute, aber auch unsere und die vieler anderer Staaten der Welt benötigen.

Tragen wir alle also unteren Teil zum konstruktiven Dialog bei. Und das kleine Quäntchen Glück, dass jeder Staatsmann zu brauchen scheint, wird dann der sooft im Wahlkampf und in der amerikanischen Politik beschworene Segen Gottes beisteuern müssen.

In diesem Sinne: God bless America!

Barack Obama spricht im Wahlkampf

Barack Obama spricht im Wahlkampf



Serbien gewinnt verdient den Grand Prix

Da stimmte die Performance und das Feeling im Song und dann klappt es auch mit dem Grand Prix für Marija Šerifović und ihren Song ‘Molitva’. Hier ihr Auftritt im Halbfinale:

Doch auch den Beitrag der Ukraine von Verka Serduchka hatte etwas.

Den Beiden gönne ich ihre Plätze von Herzen.

Auch kann ich nur zum Teil verstehen, dass manche sich darüber aufregen, dass die osteuropäischen Länder so zahlreich vertreten waren und wir ‘Westler’ angeblich keine Chance hatten.

Klar, ist das keine Punktevergabe nach realen Stimmen, doch dass war beim Gand Prix noch nie so. Doch gerade durch das aktuelle Verfahren macht es doch auch so kleinen Ländern wie z. B. Andorra noch Spaß mit zuvoten. Wo gibt es das sonst noch, dass so ein kleines Land den gleichen Einfluss hat wie z.B. Deutschland.

Auch die hohe Anzahl der osteuropäischen Länder zeigt ja auch nur, dass Europa nun wirklich, auch in der EU nach Osten rückt. Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Eine Annäherung dieser Länder an Russland wäre uns ja auch nicht Recht. Da sollen die eingesessenen Westeuropäer nicht meckern, sondern die alten Nachbarn und neuen Freunde herzlich aufnehmen.

Vorurteile gegenüber den Tschechen, den Polen und und und, müssen mehr und mehr den realen Erfahrungen mit diesen Menschen weichen. Je mehr wir diese Länder willkommen heißen um so besser. Dann werden sich nämlich so konservative Stimmen wie z.B. von der polnischen Regierung, nicht lange halten können und auch innerhalb der EU alles wieder besser laufen.

Das jedenfalls wünscht sich

Eure KateNightSky

Und weil’s so schön war, hier nochmal Roger Cicero mit ‘Fraun regiern die Welt’:



Jetzt wird internationaler Klimaschutz ‘lustig’

Seid einiger Zeit ist ja der Klimaschutz in aller Munde und das nicht nur hier in Deutschland. Mehr und mehr Untersuchungen über die wahrscheinliche Entwicklung, die wirtschaftlichen Folgen, die besten Gegenmaßnahmen und Zeitpläne werden veröffentlicht und langsam bekommt man, mit Recht, Torschlusspanik. Werden wir es im internationalen Dialog schaffen das schlimmste abzuwenden?

Umso wichtiger war da die UN-Sitzung des 14. Sitzung der Commission on Sustainable Development (CSD), was im Prinzip ein Treffen von Umweltministern ist, in New York. Hier wollte man sich auf einen Fahrplan für die Erschließung von umweltfreundlicher Energieformen verständigen. Aber das Problem, war wie immer bei der UN, die völlig unterschiedlichen Ausgangssituationen der Nationen.

Auf der einen Seite die zahlenmäßig größte Gruppe: die sogenannten ‘unterentwickelten’ bzw. Schwellenländer und dann die Industriestaaten, obwohl bei China weiß man ja manchmal nicht so recht wo man es einordnen soll. Jedenfalls sprechen sich die westlichen Länder immer mehr und mehr für ein rasches Handeln in Sachen Klimaschutz aus, allen voran die Europäische Union (EU). Deren Vorsitz haben ja im Moment wir, oder genauer in New York unser Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Er forderte das die UN-Länder bis 2010 verbindliche Pläne für ihren Beitrag einreichen.

Doch das gefiel dem Rest der Welt nicht, wollten sie sich doch nicht von den Westlern dauernd kontrolliert werden bzw. sich überhaupt festlegen lassen. China aber auch Kanada waren nicht begeistert. Folglich war das Schlusspapier der Konferenz recht verwaschen und Minister Gabriel kritisierte sogar es läge hinter den Vereinbarungen von 2002 in Johannesburg. Die damals die EU mit, wohl gemerkt, ‘gleichgesinnten’ Staaten unterschrieb.

Schlussendlich kam es dann ganz dicke und Herr Gabriel verweigerte im Namen der EU die Unterzeichnung des Abschlussdokuments der Konferenz. Dieser Entscheidung schloss sich dann noch die Schweiz an und erklärte das ganze Papier für „wertlos“. Auch gegen die Wahl des Ministers von Zimbabwe, Francis Nhema, zum Vorsitzenden der nächsten Konferenzen 2008/2009 legte Deutschland Einspruch ein, da die USA und die EU jeden Kontakt zu dem Land auf Grund der starken Menschenrechtsverletzungen abgebrochen haben und den neuen Vorsitzenden so nicht im Vorfeld für Gespräche nicht einladen können. Der Eklat war perfekt.

Wann haben wir das das letzte Mal erlebt, dass Deutschland bzw. die EU sich im vollen Bewusstsein unbeliebt macht um eine bestimmte politische Forderung zu unterstreichen, vielleicht beim Irakkrieg? Doch jetzt hat unser Land schon eine Weile eine neue Regierung und die EU ist ja sonst auch mehr für elend langes Verhandeln bekannt. Ich war völlig überrascht über soviel Rückrad. Jetzt wird internationaler Klimaschutz richtig ‘lustig’ denn jetzt wird heiß diskutiert. Am 11. Mai 2007 war nun in Sachen Klimaschutz war für die EU Schluss mit lustig. Denn die Europäer stimmen mit dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon überein, derin seiner Rede zu den Ministern den Klimaschutz als „wichtigste Aufgabe unserer Generation“.

Doch eigentlich muss man ja schon fast sagen,“die wichtigste Aufgabe der nächsten 20 Jahre“. Den beim Klimaschutz tickt die Uhr unerbitterlich und Zeit ist buchstäblich Geld. Denn je schneller gehandelt wird, desto weniger Folgeschäden wird es geben. Kein Wunder also, dass die EU Handlungsbedarf sieht und nicht schon wieder ein in der heißen interationalen Diskussion weichgekochtes Papier unterschreiben will, dass keinen Fortschritt bringt.

Klar ist aber auch, dass die reichen Länder den nicht wohlhabenden Ländern wohl unter die Arme greifen und die üblichen störrischen Esel wie China und die USA regelrecht ‘mitschleifen’ müssen, wenn sich kurz vor 12 wirklich noch etwas ändern soll in Sachen Klimaschutz. Viel Spaß wird dass nur den Beobachtern mit schwarzem Humor machen, die hoffentlich schon Energiesparlampen daheim haben.

Meint eure KateNightSky

Sigmar Gabriel vor der CSD in New York



Der Bundespräsident hat sich entschieden

Jetzt ist es, wenn auch etwas plötzlich (es war erst am Freitag damit gerechnet worden), also endlich entschieden: der RAF-Terrorist und Mörder Christian Klar bleibt im Bau. Ok Herr Bundespräsident, war ja wie schon gesagt ihre Entscheidung. Man kann es ja eh nie allen Recht machen. Nach den bösartigen Zungen im Vorfeld, ist es zwar etwas zynisch, dass jetzt (fast) alle Parteien die Entscheidung ausdrücklich loben. Seien wir also gespannt ob in zwei Jahren, wenn eventuell Klar reif für den offenen Vollzug ist, wieder so einige riesige Debatte los getreten wird.

Die letzen Wochen haben auf der einen Seite die Ereignisse des Deutschen Herbstes wieder in das Gedächtnis der Gesellschaft gerückt und junge Leute bzw. ehemalige DDR-Bürger etwas mehr mit der Thematik vertraut gemacht (ich zähl mich zu beiden Gruppen), auf der anderen Seite haben sie auch nicht den Schleier des Mystischen und Heroischen verbrannt, sondern eher verstärken.

Auch unsere Parteienlandschaft hat sich mal wieder geoutet. Obwohl von ihnen gewählt, trauen die CSU-Politiker Horst Köhler nicht über den Weg. Schon die Debatte vor einiger Zeit über die nicht unterschriebenen Gesetzte war ja nicht mehr wirklich sachlich. Kann es sein, dass manche Politiker denken, dass ein Bundespräsident der nicht aus ihrem Berufsstand kommt seinem Amt niemals gewachsen und leicht beeinflussbar ist?

Doch Horst Köhler hält sich wacker, macht den Mund auf wenn er es für richtig hält, behält seine Distanz zur Regierung und hat auch mal eigene Ideen. Nur weiter so! Wo kommen wir denn dahin, wenn nicht einmal das Staatsoberhaupt Rückrad hat?

Findet eure KateNightSky

Der Bundespräsident hat es nicht immer leicht



Knut Overkill
Sonntag, 6. Mai 2007, 20:57
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Knut

Ok, er ist wirklich süß, aber warum musste Knut, das Eisbärenbaby aus dem Berliner Zoo, so ein ‘Medienstar’ werden? Warum muss es einen weltweiten Aufschrei erklingen wenn es Todesdrohungen gegen das Jungtier gibt? Jetzt ist er auch schon Werbeträger für Klimaschützer, gibt es von ihm schon massig Fotos, Videos, Wallpapers, Songs, und nun sogar einen Knutkeks bei meinem Bäcker um die Ecke. DAS WIRD MIR EINFACH ZU VIEL! Lasst doch das Tier in Ruhe aufwachsen, sorgt dafür das der Lebensraum seiner Artgenossen erhalten bleibt, spendet für den Berliner Zoo und gut ist es!

Doch so weit wird es nicht kommen. Also warte ich darauf, dass der Kleine erwachsen und ein richtiges Raubtier wird und knabber bis dahin an einem Knutkeks.

Eure KateNightSky

Knutkeks



Soll der Bundespräsident gnädig sein oder nicht?
Sonntag, 6. Mai 2007, 1:05
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Nur noch selten wird heute das Wort Gnade im Alltag verwendet, scheint es doch kaum angewendet zu werden, klingt es doch altmodisch und wird meist nur noch in biblischen Texten und Formeln verwendet, z. B. in der Formel „Der Segen, der Friede und die Gnade Gottes sei mit euch.“

Doch seid einigen Wochen tauchen Worte wie Gnadengesuch, Begnadigung und eben Gnade verstärkt in den Medien und in der allgemeinen Diskussion auf. ‘Schuld’ daran ist das Gnadengesuch des RAF-Terroristen und Mörders Christian Klar an den deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler. In diesem Zuge ist ein riesiges Medienspektakel entstanden in dem der genaue Diskussionsgegenstand ständig variiert. Einmal geht es um die umstrittenen Worte Klars an die Rosa-Luxemburg-Konferenz, dann um die Frage ob Klar wirklich auf den Generalbundesanwalt Buback geschossen habe, dann wird diskutiert ob Klar seine Taten bereue und zu guter Letzt wie Bundespräsident Köhler mit dem Gnadengesuch am besten umzugehen habe.

Gerade in den letzten Tagen gerät unser Staatsoberhaupt immer mehr unter Druck. Besonders die Politiker, allen voran mal wieder Edmund Stoiber (CSU), müssen ihre Meinung lautstark Kund tuen. „Ich bin sehr skeptisch, ob hier wirklich die Voraussetzungen für Gnade vor Recht gegeben sind“ sagte der (noch) bayrische Ministerpräsident und meint weiter zu Köhlers Besuch bei Klar, dass die Bevölkerung Köhlers angebliche Sorge um Klar nicht verstehe. (Toll, wie Politiker ener nur in eine Bundesland existierenden Partei glauben für alle Bürger sprechen zu können.) CSU-Generalsekretär Markus Söder spricht davon, dass ein Gnadenerweis gegenüber Klar undenkbar sei und eine Entscheidung Köhlers für eine Begnadigung eine „schwere Hypothek“ für die Wiederwahl des Bundespräsidenten darstelle. Wenn das keine Drohung ist!

Doch was bedeutet eigentlich das Wort ‘Gnade’. Gehen wir einmal ein Stück zurück in die Geschichte und versuchen die ganze Sache ein wenig zu erhellen. Wie schon Eingangs erwähnt ist das Wort Gnade stark mit dem christlichen Glauben, aber auch mit der dem Staat und dem Herrscher eines solchen verbunden. Nicht um Sonst heißt es: „Der Segen, der Friede und die Gnade Gottes sei mit euch.“ Denn Gnade war und ist (eigentlich) immer ein unerwartetes, unverdientes und nicht einklagbares Geschenk einer höheren, unangreifbaren und mächtigeren Instanz, egal ob diese ein Gott ein Kaiser oder eben ein Bundespräsident ist. Ihre Vergabe hängt nur von dieser einen Instanz ab, es gibt keine Regeln für die Vergabe und nachvollziehbar ist die Entscheidung auch nicht. Sie ist einfach ein Geschenk des Himmels bzw. einer Instanz die über den Dingen steht, die das seltene Recht hat ‘Gnade vor Recht’ ergehen zu lassen.

Durch die Erfahrung von Gnade soll der Begnadigte, wenn möglich, seine Tat bereuen, sich zum Besseren entwickeln, zu der gnädigen Macht eine positive, dankbare Beziehung aufbauen. Er muss es aber auch nicht. Gnade setzt nicht Reue voraus, sondern sie will Verfahrenes aufbrechen. Gnädig zu sein ist ein Zeichen von Stärke aber auch Liebe zum Menschen im Allgemeinen.

Leute die sich auf biegen und brechen gegen eine Begnadigung von Klar ausbrechen, müssen sich fragen: Was für eine Art von Staat soll die BRD sein? Ein Staat der all seiner Bürger Wohlwollen entgegen bringt und mit Größe, Stärke und auch Milde handelt? Oder einen Staat der alles Gute und Böse penibel gegeneinander abwägt, nachtragen bis ins Letzte ist, der ohne Herz sondern nur in schwarz auf weiß zu seinen Bürgern spricht, sie nur als Dinge nicht als Wesen behandelt? Nicht, dass ich auch dafür bin, dass Verbrechen verfolgt und bestraft werden. Doch manchmal bewirkt einsperren, meiner Meinung nach nur, dass die Verbrecher sich in ihrer negativen Einstellung zum Staat bestätigt sehn.

Letztendlich liegt die Entscheidung nur beim Bundespräsident und egal wie sehr Politiker und Bürger wettern bzw. zu beeinflussen versuchen. Es ist seine Entscheidung und er muss sie nicht begründen, denn er allein hat nach dem Artikel 60 Absatz 2 des Grundgesetztes das Recht dazu, nicht wir. Und dass Horst Köhler es sich nicht leicht mit seiner Entscheidung macht, sehen wir daran, dass er sich selbst ein Bild machen will und Klar besuchte. Bei der Diskussion die über das Thema geführt wird, ist es für mich auch kein Wunder, dass er diesen Schritt öffentlich mitteilte, da muss sich Herr Stoiber gar nicht so aufregen. Ein Politiker dessen Partei das Christentum sogar im Namen trägt, sollte bei solchen Debatten ruhig einmal öfter zur Bibel und den christlichen Werten greifen und diese nicht nur heraufbeschwören wenn es um Familie, Erziehung und ‘deutsche Leitkultur’ geht.

Also lassen wir doch einfach den höchsten Mann im Staate entscheiden und hoffen wir, dass falls Christian Klar begnadigt werden sollte, dass er sich des Geschenkes bewusst wird und durch sein Leben außerhalb der Gefängnismauern, die Mauern im eigenen Kopf niederreißen kann und erkennt: Eigentlich ist es ganz schön in der Bundesrepublik Deutschland zu leben.

Auf eure konstruktive und ehrliche Meinung freut sich

Eure KateNightSky

P.S.: Mehr zum Thema Gnade gibt es z. B. hier.

Gott

Karl der Große nach Dürer Horst Köhler hat eine schwierige Entscheiung vor sich

Sie alle haben oder hatten das Recht zu begnadigen.