Gespeichert unter: Gedanken | Schlagworte: 1938, 9. November, 9.11., Antisemitismus, BRD, Bund, Deutschland, Exit, Gedenken, Geschichte, Jahrestag, Juden, Nazis, Politik, Reich
Noch rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag der Reichsprogromnacht hat der Bundestag gestern am 4.11.2008 ein Papier verabschiedet, dass die Absicht des Bundes unterstreicht den Antisemitismus auf allen Ebenen des Landes zu bekämpfen.
Alles schön und gut und durchaus zu begrüßen und zu unterstützen ist dieser einstimmige Beschluss des Parlamentes. Doch wird dieser Beschluss wirklich greifbare Folgen haben und Früchte tragen?
Das mag zu bezweifeln sein, denn reden kann man viel wenn der Tag lang ist und es kostet auch nicht viel Geld, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung antijüdischen Gedankengutes in der Republik schon. Gerade unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, die noch lange nicht überstanden sind, wird man gerade bei so ideellen Maßnahmen sparen.
Bezeichnend ist es so zum Beispiel das genau 5 Tage vor dem Beschluss des Bundestages das durchaus bekannte und erfolgreiche Aussteigerprojekt für Neonazis „Exit“ seine Arbeit auf Grund von überraschend gestrichenen Fördermitteln des Bundes seine Arbeit einstellen musste und nun verzweifelt noch versucht wird, zumindest laufende Projekte noch abzuschließen.
Das hier nicht auch unkonventionelle Wege von der Regierung gesucht werden um dieses Projekt zu retten, zeigt dass nicht einmal in den Ministerien, der aktive und eigenverantwortliche Kampf gegen Antisemitismus vorhanden beziehungsweise ausgeprägt ist.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Papier vom 4.11. doch nicht nur Schall und Rauch war und durch es ein Umdenken in der Regierung statt findet. Bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.
Doch all dies ist kein Grund, dass nun der einfache Bürger sich aus der Verantwortung stiehlt. Wir alle haben die Pflicht, die wir als selbstverständlich betrachten sollten, 70 Jahre nach der Reichsprogromnacht unsere Ablehnung der Ereignisse vom 9.11.1938 zum Ausdruck zu bringen und unsere Unterstützung und Fürsprache unseren jüdischen Mitbürgern auszusprechen. Dieses Jahr ist der Gedenktag sogar ein Sonntag, also keine Ausreden! Jetzt schon mal über die geplanten Aktionen in deiner Region informieren und Präsents zeigen: ob nun bei Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen oder Gedenkzügen.
Denn das hochkommen brauner, totalitärer und Menschen verachtender Tendenzen kann nur für uns alle und unsere Demokratie von Schaden sein. Leg die Hände nicht in den Schoß und denke, dass ein paar von Regierung und Parteien wirklich aussagekräftig sind und die anderen es schon machen werden, sondern bekenn auch du Farbe, sonst wird es ein brauner Herbst.
Tipp: Hier noch ein gute Vorstellung der Arbeit von Exit, des Deutschland Funk.
Gespeichert unter: Gedanken | Schlagworte: 2007, Abstimmung, Abstimmverfahren, Ballade, Dancing, Deutschland, Einigung, EU, Europa, Eurovision Song Contest, Fernsehn, Finnland, Fraun regiern die Welt, Gebet, Gedanken, Gewinner, Grand Prix, Helsinki, Kommentar, Marija Šerifović, Meinung, Molitva, Musik, Ost, Osterweiterung, Osteuropa, Politik, Roger Cicero, Serbien, Swing, TV, Ukraine, Verka Serduchka, Vorurteile, Voting, Wertung, West
Da stimmte die Performance und das Feeling im Song und dann klappt es auch mit dem Grand Prix für Marija Šerifović und ihren Song ‘Molitva’. Hier ihr Auftritt im Halbfinale:
Doch auch den Beitrag der Ukraine von Verka Serduchka hatte etwas.
Den Beiden gönne ich ihre Plätze von Herzen.
Auch kann ich nur zum Teil verstehen, dass manche sich darüber aufregen, dass die osteuropäischen Länder so zahlreich vertreten waren und wir ‘Westler’ angeblich keine Chance hatten.
Klar, ist das keine Punktevergabe nach realen Stimmen, doch dass war beim Gand Prix noch nie so. Doch gerade durch das aktuelle Verfahren macht es doch auch so kleinen Ländern wie z. B. Andorra noch Spaß mit zuvoten. Wo gibt es das sonst noch, dass so ein kleines Land den gleichen Einfluss hat wie z.B. Deutschland.
Auch die hohe Anzahl der osteuropäischen Länder zeigt ja auch nur, dass Europa nun wirklich, auch in der EU nach Osten rückt. Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Eine Annäherung dieser Länder an Russland wäre uns ja auch nicht Recht. Da sollen die eingesessenen Westeuropäer nicht meckern, sondern die alten Nachbarn und neuen Freunde herzlich aufnehmen.
Vorurteile gegenüber den Tschechen, den Polen und und und, müssen mehr und mehr den realen Erfahrungen mit diesen Menschen weichen. Je mehr wir diese Länder willkommen heißen um so besser. Dann werden sich nämlich so konservative Stimmen wie z.B. von der polnischen Regierung, nicht lange halten können und auch innerhalb der EU alles wieder besser laufen.
Das jedenfalls wünscht sich
Eure KateNightSky
Und weil’s so schön war, hier nochmal Roger Cicero mit ‘Fraun regiern die Welt’:
Gespeichert unter: Gedanken | Schlagworte: Amt, Begnadigung, Bundespräsident, CDU, Christian Klar, CSU, Debatte, Diskussion, Entscheidung, Gedanken, Gnade, Horst Köhler, Kritik, Meinung, Politik, RAF, Rückrad
Jetzt ist es, wenn auch etwas plötzlich (es war erst am Freitag damit gerechnet worden), also endlich entschieden: der RAF-Terrorist und Mörder Christian Klar bleibt im Bau. Ok Herr Bundespräsident, war ja wie schon gesagt ihre Entscheidung. Man kann es ja eh nie allen Recht machen. Nach den bösartigen Zungen im Vorfeld, ist es zwar etwas zynisch, dass jetzt (fast) alle Parteien die Entscheidung ausdrücklich loben. Seien wir also gespannt ob in zwei Jahren, wenn eventuell Klar reif für den offenen Vollzug ist, wieder so einige riesige Debatte los getreten wird.
Die letzen Wochen haben auf der einen Seite die Ereignisse des Deutschen Herbstes wieder in das Gedächtnis der Gesellschaft gerückt und junge Leute bzw. ehemalige DDR-Bürger etwas mehr mit der Thematik vertraut gemacht (ich zähl mich zu beiden Gruppen), auf der anderen Seite haben sie auch nicht den Schleier des Mystischen und Heroischen verbrannt, sondern eher verstärken.
Auch unsere Parteienlandschaft hat sich mal wieder geoutet. Obwohl von ihnen gewählt, trauen die CSU-Politiker Horst Köhler nicht über den Weg. Schon die Debatte vor einiger Zeit über die nicht unterschriebenen Gesetzte war ja nicht mehr wirklich sachlich. Kann es sein, dass manche Politiker denken, dass ein Bundespräsident der nicht aus ihrem Berufsstand kommt seinem Amt niemals gewachsen und leicht beeinflussbar ist?
Doch Horst Köhler hält sich wacker, macht den Mund auf wenn er es für richtig hält, behält seine Distanz zur Regierung und hat auch mal eigene Ideen. Nur weiter so! Wo kommen wir denn dahin, wenn nicht einmal das Staatsoberhaupt Rückrad hat?
Findet eure KateNightSky

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Nur noch selten wird heute das Wort Gnade im Alltag verwendet, scheint es doch kaum angewendet zu werden, klingt es doch altmodisch und wird meist nur noch in biblischen Texten und Formeln verwendet, z. B. in der Formel „Der Segen, der Friede und die Gnade Gottes sei mit euch.“
Doch seid einigen Wochen tauchen Worte wie Gnadengesuch, Begnadigung und eben Gnade verstärkt in den Medien und in der allgemeinen Diskussion auf. ‘Schuld’ daran ist das Gnadengesuch des RAF-Terroristen und Mörders Christian Klar an den deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler. In diesem Zuge ist ein riesiges Medienspektakel entstanden in dem der genaue Diskussionsgegenstand ständig variiert. Einmal geht es um die umstrittenen Worte Klars an die Rosa-Luxemburg-Konferenz, dann um die Frage ob Klar wirklich auf den Generalbundesanwalt Buback geschossen habe, dann wird diskutiert ob Klar seine Taten bereue und zu guter Letzt wie Bundespräsident Köhler mit dem Gnadengesuch am besten umzugehen habe.
Gerade in den letzten Tagen gerät unser Staatsoberhaupt immer mehr unter Druck. Besonders die Politiker, allen voran mal wieder Edmund Stoiber (CSU), müssen ihre Meinung lautstark Kund tuen. „Ich bin sehr skeptisch, ob hier wirklich die Voraussetzungen für Gnade vor Recht gegeben sind“ sagte der (noch) bayrische Ministerpräsident und meint weiter zu Köhlers Besuch bei Klar, dass die Bevölkerung Köhlers angebliche Sorge um Klar nicht verstehe. (Toll, wie Politiker ener nur in eine Bundesland existierenden Partei glauben für alle Bürger sprechen zu können.) CSU-Generalsekretär Markus Söder spricht davon, dass ein Gnadenerweis gegenüber Klar undenkbar sei und eine Entscheidung Köhlers für eine Begnadigung eine „schwere Hypothek“ für die Wiederwahl des Bundespräsidenten darstelle. Wenn das keine Drohung ist!
Doch was bedeutet eigentlich das Wort ‘Gnade’. Gehen wir einmal ein Stück zurück in die Geschichte und versuchen die ganze Sache ein wenig zu erhellen. Wie schon Eingangs erwähnt ist das Wort Gnade stark mit dem christlichen Glauben, aber auch mit der dem Staat und dem Herrscher eines solchen verbunden. Nicht um Sonst heißt es: „Der Segen, der Friede und die Gnade Gottes sei mit euch.“ Denn Gnade war und ist (eigentlich) immer ein unerwartetes, unverdientes und nicht einklagbares Geschenk einer höheren, unangreifbaren und mächtigeren Instanz, egal ob diese ein Gott ein Kaiser oder eben ein Bundespräsident ist. Ihre Vergabe hängt nur von dieser einen Instanz ab, es gibt keine Regeln für die Vergabe und nachvollziehbar ist die Entscheidung auch nicht. Sie ist einfach ein Geschenk des Himmels bzw. einer Instanz die über den Dingen steht, die das seltene Recht hat ‘Gnade vor Recht’ ergehen zu lassen.
Durch die Erfahrung von Gnade soll der Begnadigte, wenn möglich, seine Tat bereuen, sich zum Besseren entwickeln, zu der gnädigen Macht eine positive, dankbare Beziehung aufbauen. Er muss es aber auch nicht. Gnade setzt nicht Reue voraus, sondern sie will Verfahrenes aufbrechen. Gnädig zu sein ist ein Zeichen von Stärke aber auch Liebe zum Menschen im Allgemeinen.
Leute die sich auf biegen und brechen gegen eine Begnadigung von Klar ausbrechen, müssen sich fragen: Was für eine Art von Staat soll die BRD sein? Ein Staat der all seiner Bürger Wohlwollen entgegen bringt und mit Größe, Stärke und auch Milde handelt? Oder einen Staat der alles Gute und Böse penibel gegeneinander abwägt, nachtragen bis ins Letzte ist, der ohne Herz sondern nur in schwarz auf weiß zu seinen Bürgern spricht, sie nur als Dinge nicht als Wesen behandelt? Nicht, dass ich auch dafür bin, dass Verbrechen verfolgt und bestraft werden. Doch manchmal bewirkt einsperren, meiner Meinung nach nur, dass die Verbrecher sich in ihrer negativen Einstellung zum Staat bestätigt sehn.
Letztendlich liegt die Entscheidung nur beim Bundespräsident und egal wie sehr Politiker und Bürger wettern bzw. zu beeinflussen versuchen. Es ist seine Entscheidung und er muss sie nicht begründen, denn er allein hat nach dem Artikel 60 Absatz 2 des Grundgesetztes das Recht dazu, nicht wir. Und dass Horst Köhler es sich nicht leicht mit seiner Entscheidung macht, sehen wir daran, dass er sich selbst ein Bild machen will und Klar besuchte. Bei der Diskussion die über das Thema geführt wird, ist es für mich auch kein Wunder, dass er diesen Schritt öffentlich mitteilte, da muss sich Herr Stoiber gar nicht so aufregen. Ein Politiker dessen Partei das Christentum sogar im Namen trägt, sollte bei solchen Debatten ruhig einmal öfter zur Bibel und den christlichen Werten greifen und diese nicht nur heraufbeschwören wenn es um Familie, Erziehung und ‘deutsche Leitkultur’ geht.
Also lassen wir doch einfach den höchsten Mann im Staate entscheiden und hoffen wir, dass falls Christian Klar begnadigt werden sollte, dass er sich des Geschenkes bewusst wird und durch sein Leben außerhalb der Gefängnismauern, die Mauern im eigenen Kopf niederreißen kann und erkennt: Eigentlich ist es ganz schön in der Bundesrepublik Deutschland zu leben.
Auf eure konstruktive und ehrliche Meinung freut sich
Eure KateNightSky
P.S.: Mehr zum Thema Gnade gibt es z. B. hier.

Sie alle haben oder hatten das Recht zu begnadigen.







